Warum sich die GTA 5 RP Spielerschaft von privaten Betreibern lösen muss

Heute ist, wie schon dutzende Male vorher, ein aufstrebendes GTA V RP Projekt namens ChoiceV vor dem Release gescheitert. Die Probleme sind häufig dieselben. So war auch bei diesem Projekt die Promotion viel weiter als die Entwicklung, wodurch ein interner Druck das Team belastete. Dazu kam eine miserable Öffentlichkeitsarbeit, welche die Probleme kleingeredet hat und die Spieler immer wieder mit neuen Release Daten vertröstete.

Das sind alles Fehler die Menschen machen und es ist auch keinesfalls unsere Intention dieses Projekt verurteilen zu wollen. Wir wissen aus unserer Arma Zeit selber wie unangenehm ein solcher Druck ist - deswegen veröffentlichen wir keine Release Daten mehr für unsere Vorhaben bis sie ausgereift sind und schalten vorher auch keine Werbung die sich direkt an Spieler wendet.


Wir möchten weder das Projekt, noch das Team von ChoiceV speziell kritisieren. Wir möchten die gesamte deutschsprachige GTA V RP Community kritisieren. Der strukturelle Fehler in fast jeder Community besteht darin, dass sie privatwirtschaftlich betrieben wird.


Roleplay ist irgendwie Kunst und irgendwie auch E-Sport. Eigentlich kann man es nicht gewinnen und irgendwie doch auch wieder. Und doch ist es beim RP so, dass die Menschen, die diese Kunst betreiben, es bisher nicht geschafft haben, gemeinsame Regeln zu entwickeln und gemeinschaftliche Rechtsformen zu finden, um damit einen Server zu betreiben. Somit liegt die Verantwortung, aber auch die Macht, oftmals in den Händen weniger Einzelner. Allen gemeinsam ist, dass jene, die den Sport / die Kunst betreiben, sich faktisch von den Platzwarten des Spielfeldes auf dem sie agieren sagen lassen müssen, wie sie das zu tun haben, um nicht von dessen Platz geworfen zu werden.


Richtig wäre es übrigens anders herum: Demokratische Verbände und Zusammenschlüsse von Spielern geben vor, wie das Spiel gespielt wird und sie stellen sicher, dass so etwas wie NDAs in diesem Umfeld nichts zu suchen haben. Die Realität ist hinlänglich bekannt eine andere. Der RP Markt ist ein gigantisches Geschäft, keinesfalls ein freiwilliges Freizeit Ding, wie viele Kommentatoren gern zu unterstellen versuchen. Die meisten Projekte verfolgen ausschließlich privatrechtliche Interessen, bei denen geltende Gesetze und Rechte der Menschen fortlaufend mit Füßen getreten werden. Deutlich wird es gerade auch wieder am Beispiel von ChoiceV:

Der sich für den Eigentümer haltende Projektleiter erklärte in aller Öffentlichkeit, dass Beteiligte Vertragsstrafen von 25.000 Dollar vereinbart hätten. Wer dabei noch von einem Freizeitprojekt spricht, hat offenbar jeden Blick für die juristischen Realitäten verloren.


Solange die Spielerschaft nicht geschlossen aufsteht und endlich einen demokratischen Verband aus dem Boden stampft, wird es immer wieder solche Übergriffigkeiten geben.


Das Problem dabei ist nicht das Scheitern!


Man kann immer scheitern. Das Problem ist mangelnde Rechtsstaatlichkeit und Demokratie in den meisten Projekten. Die Mär vom virtuellen Hausrecht wird wie eine Sau täglich neu durchs virtuelle RP Dorf getrieben, in dem Admins und Owner offen Abuse betreiben, und jene die dagegen mutig vor ein Gericht ziehen und Recht bekommen werden dann von der Community geteert und gefedert.


Die Folgen solcher privat betriebener Server sehen wir gerade anhand von ChoiceV. Anstatt demokratische Strukturen sicherstellen, dass Krisen gemeinsam umschifft werden, ziehen jene von dannen, die die Sache erst aufgebaut haben, in der irrigen Annahme sie hätten keine Rechte an der Sache.


Noch mal: Aktuell droht der Projektleiter von ChoiceV jedem der daran mit entwickelt hat, mit einer Vertragsstrafe von 25.000 €, falls diese den Code weiter verwenden sollten - es wird Zeit, dass die Spieler endlich verstehen, dass dieses “Owner RP Server Projekt Prinzip” keine Zukunft haben kann. Das Problem ist also nicht der einzelne Projektleiter oder Entwickler. Das Problem ist die Spielerschaft selbst, die den zugrundeliegenden Wahnsinn einfach mitmacht und sich dann darüber aufregt, dass die durch diese geduldeten privatrechtlichen Strukturen nun mal privatrechtliche Verhaltensweisen, wie Intransparenz, willkürliche Entscheidungen und mangelnde Mitarbeit an den Prozessen, die Folge sind.


An letzter Stelle möchten wir uns an die Entwickler richten und nochmal darauf Hinweisen, dass wir als Open Source Projekt oft Absagen von Entwicklern bekommen, weil diese ungern für die Öffentlichkeit arbeiten und der Meinung sind, dass es in privater Hand besser verwaltet wird. Dabei beweist uns die Realität regelmäßig das Gegenteil. Nun versucht ein Projektleiter wieder einmal die Arbeit anderer sich als sein geistiges Eigentum anzueignen. Wir appellieren an alle Entwickler sich einem gemeinschaftlich organisierten Open Source Projekt anzuschließen, anstatt das Rad zum drölften mal in einem privaten Projekt neu erfinden zu wollen.